Abendlicht statt Gartenflutlicht

Platz & Ruhe

Abendlicht statt Gartenflutlicht

Für einen angenehmen Abend musst du nicht den ganzen Garten sichtbar machen. Beleuchte das, was du wirklich sehen möchtest – und lass dem Rest seine Nacht.

Es beginnt oft harmlos. Eine Leuchte am Tisch, noch eine am Weg, ein paar Solarlichter im Beet. Dann gehst du am Abend hinaus und stellst fest: Der Garten ist hervorragend zu sehen. Entspannen möchtest du dich darin ungefähr so sehr wie auf einem gut beleuchteten Parkplatz.

Mehr Licht löst nicht automatisch das Problem, für das du Licht eingeschaltet hast.

Frag deshalb zuerst: Was möchte ich an diesem Abend tatsächlich erkennen können?

Drei Aufgaben statt ein heller Garten

Am Sitzplatz brauchst du vielleicht genug Licht, um ein Glas abzustellen, Gesichter zu sehen oder noch ein paar Seiten zu lesen. Auf dem Weg zur Tür möchtest du Stolperstellen erkennen. Der Baum am anderen Ende des Gartens muss dafür nicht die Nachtschicht übernehmen.

Teile deine Planung gedanklich in Aufgaben: Licht am Aufenthaltsort, Licht für einen wirklich benutzten Weg und alles, was dunkel bleiben kann.

Probier das zunächst mit möglichst wenig Licht aus. Schalte vorhandene Leuchten einzeln ein, statt alle gleichzeitig. Setz dich anschließend auf deinen normalen Platz. Siehst du das, was du sehen musst? Blickst du direkt in eine Lichtquelle? Wirft eine Leuchte ihr Licht dorthin, wo niemand es braucht?

BUND und NABU empfehlen für Außenbeleuchtung unter anderem, Licht gezielt nach unten beziehungsweise auf die benötigte Fläche zu richten, unnötiges Streulicht zu vermeiden und nur so lange zu beleuchten, wie es tatsächlich nötig ist. Das hilft nicht nur gegen einen überhellen Garten: Künstliches Licht in der Nacht kann auch Insekten und andere Tiere beeinträchtigen.

Gemütlich ist auch eine Frage der Richtung

Eine kleine Leuchte kann unangenehm wirken, wenn du direkt in sie hineinschaust. Eine stärkere kann kontrollierter sein, wenn sie gut abgeschirmt nur eine Arbeitsfläche trifft. Deshalb ist „hell oder dunkel?“ allein keine besonders gute Einkaufsfrage.

Achte auf die Richtung des Lichts und darauf, ob die Lichtquelle selbst aus deiner üblichen Sitzposition blendet. Leuchten, die das Licht begrenzen und dorthin schicken, wo es gebraucht wird, sind sinnvoller als ein rundum strahlender Punkt, der gleich noch Hecke, Himmel und Nachbarzaun mitbedient.

Für die Lichtfarbe empfehlen BUND und NABU warmes Licht mit möglichst geringem Blauanteil. Statt dich an einer einzigen universellen Zahl festzuhalten, kannst du beim Kauf gezielt nach warmen, blauarmen Außenleuchten suchen und die Herstellerangaben vergleichen.

Dann kommt die einfachste Funktion überhaupt: ausschalten.

Eine Beleuchtung für den Weg muss nicht weiterlaufen, wenn alle längst sitzen. Eine Terrassenleuchte muss nicht bis tief in die Nacht brennen, nachdem du ins Haus gegangen bist. Zeitschaltung, gut eingestellter Bewegungsmelder oder der gewöhnliche Lichtschalter können mehr bewirken als noch eine zusätzliche Lampe.

Erst ein Abend, dann der Einkauf

Bevor du ein komplettes Set kaufst, teste eine normale Nutzungssituation. Abendessen zu zweit. Zehn Minuten mit einem Buch. Der Weg zur Tür nach dem Aufräumen.

Vielleicht stellst du fest, dass du am Tisch Licht brauchst, aber das Beet gar nicht beleuchten möchtest. Vielleicht fehlt nicht Helligkeit, sondern eine andere Position der vorhandenen Leuchte. Vielleicht braucht der Weg ein kurzes Funktionslicht, während am Sitzplatz eine deutlich ruhigere Beleuchtung genügt.

Für fest angeschlossene elektrische Außenbeleuchtung gelten zusätzliche Anforderungen an Eignung, Installation und Sicherheit. Verwende für den Außenbereich vorgesehene Produkte, beachte Herstellerangaben und lass Arbeiten an der festen Elektroinstallation fachgerecht ausführen.

Atmosphäre entsteht nicht dadurch, dass jeder Quadratmeter beweisen kann, dass er noch da ist.

Manchmal ist der schönste Teil der Abendbeleuchtung genau die Stelle, an der sie aufhört.

Quellen & Hinweise zu diesem Text

Die im Originaltext genannten Quellen:

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